Blogverkäufe bieten Chancen!
Ich bin ja aus allen Wolken gefallen als ich vor einigen Wochen von den Blogverkäufen einiger meiner Lieblingsblogs erfahren habe. Blogschrott und Bloggonaut wurden verkauft und werden nun von jemand anders weitergeführt.
Nun hat es auch den WotschBlog erwischt. Unglaublich. Das ist für mich in sofern unverständlich, als dass diese Blogs doch hervorragend liefen und für mich so etwas wie Vorbilder waren. In meiner Anfangszeit habe ich mir immer gewünscht einmal so erfolgreich und gut zu sein wie diese Blogs.
Das ist irgendwie deprimierend und erinnert einen an das ware Leben. Vergleichbar mit den Schulkameraden. Man wuchs zusammen auf, hat sich an denen orientiert, aber irgendwann kommt die Zeit in der einer nach dem anderen wegstirbt und man fühlt sich irgendwie allein gelassen.
Aber genug gejammert. Zeit das Thema mal genau unter die Lupe zu nehmen und zu analysieren.
Die Fakten
Folgende Blogs wurder verkauft bzw. an jemand anderes übergeben:
Bei Bloggonaut gibt es bezüglich des Verkaufspreises keine Fakten. Über den Verkaufspreis von Blogschrott stehen Zahlen zwischen 1.000€ und 5.000€ im Raum. Auch das englischsprachige bloggingexperiment.com wurde verkauft. Der Preis dürfte ungefähr im fünfstelligen Bereich gelegen haben, was gerechtfertig ist, denn zum damaligen Zeitpunkt erwirtschaftete der Blog bereits weit über $1.000 im Monat. Der neue Besitzer schaffte es kurze Zeit später sogar auf über $12.000 monatlich.
Folgen für die Leser
Am meisten betroffen sind natürlich die Leser. Besonders Stammleser haben Probleme damit, wenn ihr Lieblingsblog auf einmal von jemand anderen weitergeführt wird. Viele reagieren mit Frust und springen ab. Kein Wunder, ist doch ein Blog sehr stark mit dem Autor verbunden.
Chancen für die Leser
Ein neuer Inhaber bringt meist einen ganz anderen Schreibstil und neue Ideen mit. Aber muss das immer schlecht sein? Das Blogthema bleibt in den meisten Fällen erhalten. Ein neuer Blogger bringt auch viel neue Motivation mit. Auch viel frischen Wind und neue Ansichten. Das sollte doch zumindest so interessant sein, den Blog noch ein paar Wochen im Feed-Reader zu behalten, um zu sehen wie der neue sich so schlägt.
Folgen für die anderen Blogger
Im Entferntesten sind auch andere Blogger vom Inhaberwechsel betroffen. Besonders wenn man sich mit dem gleichen Thema beschäftigt. Konnte man sich früher gegenseitig die”Bälle zu verwerfen”, Informationen austauschen oder unterstützen, ist in der neuen Situation fraglich ob es so weiter geht. Man kennt die neue Person ja gar nicht.
Chancen für die anderen Blogger
Allerdings kann der neue Inhaber ja wesentlich aufgeschlossener sein als der Alte. Vielleicht ist er eher zu einem Linktausch bereit oder schreibt häufiger über Artikel anderer Blogger und pusht so deren Traffic. Selbst wenn der neue Inhaber ein absolut schlechter Blogger ist, der sämtliche Leser vergrault, ist das gut für alle anderen Blogger des selben Themas. Diese können sich nämlich über viele neue Stammleser freuen.
Ich persönlich denke, dass ein Blogverkauf, so mies das auch klingen mag, immer ein kleiner Gewinn für die anderen Mitstreiter ist.
Verständnis für die Blogverkäufer
Der Fall Blogschrott hat ein riesiges Aufsehen erregt und Yannik hat mir ehrlich leid getan. Wie mit ihm umgegangen wurde war nicht in Ordnung. Man sollte versuchen ein wenig Verständnis aufzubringen. Auch im Leben eines Bloggers können Veränderungen auftreten. Veränderungen, die man nicht unbedingt voraussehen kann. Diese betreffen häufig die freie Zeit und die eigenen Interessen. Einen Blog zu führen bedarf teilweise einer Menge Zeit (z.B. für Rechercheaufwand). Das hängt natürlich stark vom Blogthema ab.
Die Entscheidung
Wenn man nicht mehr genügend Zeit aufbringen kann, um seinen Lesern die gewohnte Qualität zu bieten, ist der Gedanke des Aufhörens berechtigt. Man steht vor der Entscheidung, ob man den Blog schließt oder seinen Lesern zu liebe den Blog mit dem Blogthema weiterführen lässt.
Hatte man in der Vergangenheit monatliche Werbeeinnahmen, ist es durchaus berechtigt vom neuen Inhaber einen Endpreis zu verlangen. Denn auch ohne dass der Neue etwas machen müsste, würde er Gewinne verzeichnen können. Schon allein durch die Adsense-Einnahmen alter Artikel.
Der gerechte Verkaufpreis
Sehr interessant ist für mich das Thema des Verkaufspreises. Wieiviel soll man vom neuen Inhaber verlangen können? Was ist der wirtschaftliche Wert meines Blog?
In der Wirtschaft zieht man beim Unternehmensverkauf häufig den Ertragswert des Unternehmens heran. Man schaut sich die zu erwartenen Erträge (Gewinne) der nächsten Jahre an, summiert diese und diskontiert sie auf das aktuelle Datum herab. Ob man das für einen Zweijahreszeitraum oder einen Fünfjahreszeitraum macht ist unterschiedlich und kommt auf die Branche an.
Im Falle eines Blog ist ein solches Vorgehen durchaus sinnvoll. Man schaut sich die monatlichen Einnahmen der letzten Zeit an und rechnet mit dieser Summe, korrigiert um einen Risikofaktor, für ein oder zwei Jahre weiter. Das ganze wird aufsummiert und fertig ist der Verkaufspreis.
Beispiel:
- aktueller Monat: 136 €
- letzer Monat: 98 €
- vorletzter Monat: 112 €
- Durchschnitt: ca.115 € pro Monat
In einem Jahr würde der Blog ca. 1.380 € erwirtschaften. Diesen Wert kann man natürlich noch nicht als Verkaufspreis ansetzen. Man muss nämlich mit erheblichen Einnahmeeinbrüchen wegen des Abspringens frustrierter Stammleser rechnen.
Daher empfiehlt es sich die Jahreseinnahmen mit einem Risikofaktor zu multiplizieren. Dieser sollte so gestaltet sein, dass sämtliche Stammleser aus der Kalkulation herausgerechnet werden.
Google Besucher zum Beispiel werden auch weiterhin ein stabiles Einkommen des Blog garantieren. Liegt der Google-Anteil der Besucher also bei 50%, sollte der Risikofaktor 0,5 betragen.
Somit ergibt sich ein Verkaufspreis von 1.380 € x 0,5 = 690 €.
So könnte also eine Berechnung des Verkaufspreises aussehen. Oder aber man macht es sich einfach und man verkauft seinen Blog bei Ebay.
Fazit
Blogverkäufe sind also durchaus nachvollziehbar und vollkommen in Ordnung. Die Folgen für Leser und andere Blogger können auch positiv sein. Einen Preis für seinen eigenen Blog zu verlangen ist sinnvoll und berechtigt.
Blogger sind Menschen wie du und ich. Auch in deren Leben treten Veränderungen auf, auf die sie reagieren müssen. Meist fällt ihnen die Entscheidung selbst nicht leicht. Also habt Verständnis.
Wie seht ihr dieses Thema? Würdet ihr euer Blog aufgeben oder verkaufen, wenn es soweit kommen müsste? Schreibt mir in den Kommentarbreich.















yannick
Danke, schöner Artikel. Nur die Angabe zum möglichen Verkaufspreis von Blogschrott ist falsch. Den Preis kennt so gut wie niemand.
yannicks zuletzt geschriebener Artikel: SEO geht überall! Das Asus EEE-Gewinnspiel!
Peter
Mit den Yannick seine Entscheidung haben ich Verständnis. Wie teile der “Blog Gemeinde” damit umgegangen sind, nicht.
@David.
Unsere gemeinsame Freund Yaro hat mal geschrieben das der richtige Kaufpreis für ein Blog so wäre.
Monatliche Einnahmen mal 18.
Dazu kommt falls die Einnahmen seit die letzten 6 Monate am steigen war, ein Plus von 25 bis 40%.
Sollte die Einnahmen in die letzten Monate vor dem Verkauf am sinken sein,kommt ein Abschlag von rund 40 bis 60% zum tragen.
Letzten endlich ist es aber so. Ein gut laufende Blog hat sicherlich ein recht gute Wert. Nur braucht man auch dann den passenden Käufer. Was nützt es dir wenn dein Blog € 5000 wert wäre, aber die einzige ernsten Käufer nur bereit sind € 2500 zu zahlen?.
Peters zuletzt geschriebener Artikel: Google dein Verbündete
DavidG
@yannik: sorry…hatte die Angaben auch nur einem anderen Artikel entnommen…sind halt alles nur Spekulationen
DavidG
@Peter: richtig…ich habe die Rechnung aus Sicht des Käufers dargestellt, zumindest würde ich als Käufer so argumentieren…Verkäufer werden natürlich so wie Yaro kalkulieren…
Ben
Hallo David,
der Artikel gefällt mir gut, nur an dem von dir genannten Risikofaktor störe ich mich ein wenig. Ich habe mal vor einiger Zeit einen Artikel von Yaro gelesen, in dem hat er auch aufgezeigt, wie man den Verkaufswert eines Blogs errechnen kann, finde ihn leider auf die schnelle nicht im Moment.
Anyway … einen Risikofaktor würde ich doch als Verkäufer nie im Leben einbauen. Das sollte derjenige tun, der den Blog kauft, wenn er denn daran denken sollte bei den Verhandlungen. Ich würde auch nicht 12x Monatsgewinn als Verkaufspreis nehmen, ich würde eher von eine Lanzeitinvestition ausgehen und mindestens 24 – 36 Monate x monatlichen Durchschnittsgewinn nehmen.
Aber das ist bestimmt abhängig von vielen unterschiedlichen Sichtweisen und ob der Markt überhaupt Interesse hat einem Kauf hat.
Gruß Ben
Bens zuletzt geschriebener Artikel: Blu-ray Unterstützung mit Mac OS X 10.5.6 ?
Jonas
Danke für die Erwähnung
Ein gerechter Verkaufswert ist eine Sache, der reale Verkaufspreis ist meist eine ganz andere. Ganz grob kann man wirklich sagen: Monatseinnahmen x 12, der Rest ist Verhandlungssache und das sollte nicht unterschätzt werden 
Gruß
(der neue) Bloggonaut
Jonass zuletzt geschriebener Artikel: Mehrere Artikel am Tag schreiben unsinnig?
Udo
Die Preisfindung ist immer schwierig…. als Anhaltspunkt können sicherlich die ominösen 12-20 Monatseinnahmen herhalten, wobei auch immer der Aufwand zu berücksichtigen ist.
Denn habe ich mehr oder weniger Null Aufwand, bin ich bereit mehr zu zahlen, als wenn ich jeden Tag eine Stunde oder mehr aufbringen muß.
@Yannick: sag doch einfach, dass Dein Preis höher war als der in den Raum gestellte Rahmen *g*
Ansonsten sollte man jeden Verkauf akzeptieren und dem Neuen eine Chance geben… haut es qualitativ nicht hin, lösch ich die Seite nach 2 Monaten aus dem Feed und gut ist es… gibt ja schließlich zahlreiche Alternativen. Das Gezeter wie bei Yannicks Blog-Verkauf war ja großteils nicht nachvollziehbar und manche haben sich schon etwas lächerlich gemacht.
Gruß und noch ne schöne Woche
Udo
Aaron
Laut Angaben des ehemaligen Besitzers des bloggonauten ging dieser übrigens für einen Preis im “guten 4-stelligen Bereich” über den Tresen
Dom
Aber etwas lächerlich ist es schon das just4fun verkauft werden soll?
Ich mein der Blog liegt auf Pytalhost und hat keine eigene Domain – ok er hat einige Besucher und Content aber das liegt doch sicher nicht im Sinne von Pytalhost!
Trends
Ein richtiges Gezeter bringt Aufmerksamkeit, also Traffic und sollte auch in diesem Falle noch einige Links gebracht haben.
Geht ein Blog-Verkauf in aller Stille vor sich, dann kennen sich meistens die beiden Parteien schon etwas. Dann ist es auch wahrscheinlicher, das der neue Besitzer dem bisherigen “Blogideal” folgt.
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Flori
@Yannick:
Mehr oder weniger?
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Y.E.
Das ist jetzt ein Witz oder? Doch nicht weniger als 1000 Tacken
Y.E.s zuletzt geschriebener Artikel: SEO geht überall! Das Asus EEE-Gewinnspiel!
Luchsus (Online Marketing Blog)
Ein Blog ist soviel wert, wieviel jemand zu zahlen bereit ist. Vorausgesetzt, man will unbedingt verkaufen; in deinem oben genannten Rechenbeispiel ist das nicht unbedingt die beste Methode. Da würde ich mir doch eher überlegen, ob ich nicht einmal pro Monat ein kleines Posting schreibe, um aus Suchmaschinen-Sicht aktuell zu bleiben und die Besucher darüber zu behalten. Nach einem Jahr hätte man das gleiche Geld, nicht viel Aufwand und das Blog hätte man immer noch.
Man sollte ja auch bedenken, dass es immer relativ viel Arbeit ist, neue Projekte aufzubauen, die sich am Anfang noch nicht auszahlt. Verkaufen, wenn das Geld fließt? Wenn man sich da seinen Stundenlohn ausrechnet, könnte einem das Heulen kommen. Zumal es beim Aufbau neuer Projekte ein großer Vorteil ist, auf bestehende Sites zurückgreifen zu können.
Luchsus (Online Marketing Blog)s zuletzt geschriebener Artikel: Geld verdienen: Einfach ist es nie, auch nicht im Internet
Henri Apell
Wenn jemand so viel Geld ausgeben will, okay. Und wenn er dann noch was draus macht, auch okay!
Henri Apells zuletzt geschriebener Artikel: Mustervertrag zum Coaching: Kostenlos als PDF
DavidG
@Ben: ganz deiner Meinung…siehe mal einen Kommentar weiter oben
@Luchsus: o.k. man kann sich auch die Frage stellen ob man überhaupt verkauft, wenn doch über die vielen Google Besucher auch ohne zu bloggen passives Einkommen reinkommt…ist nur ein bisschen blöd den Stammlesern gegenüber…viele Blogger haben auch die Einstellung “Entweder richtig oder gar nicht bloggen”
Reloaded
Wenn man gute Artikel hat und hier und da etwas für die Suchmaschine optimiert hat, dann erhält man nach 1 bis 2 Jahre oftmals Top Positionen bei Google, die dir keiner so einfach wegnehmen kann. Ich denke da lohnt es sich teilweise fast mehr, den blog ruhen zu lassen und nur das geld einzukassieren
(durch die Besucher über google)
Markus
ist immer ein gewisses Risiko, der Blog kann gut weiter gehen oder plötzlich einbrechen, keiner weiß wie das mit der Werbung weiter geht usw.
Aber natürlich ist es so ein einfacher Weg das Ganze noch auszunutzen um andere Blogs zu promoten
Markuss zuletzt geschriebener Artikel: [Blu-ray] Blu-ray Player Sony BDP-S350 191,10 Euro
Markus
Ein Blog ist immer so viel Wert, wie ein Käufer zu zahlen bereit ist. Ein Blog wird immer zu einem Betrag verkauft, den ein Verkäufer akzeptiert
Aber ich würde eher so 20xMonatseinnahmen annehmen. Streng davon abhängig, was denn dafür auch zu leisten ist. Bei den Ausgaben sollte man auch die Arbeitszeit mit einrechnen.
Mein Bundesliga-Blog würde ich z.b. nicht unter 10K verkaufen wollen. Andere könnte ich aber schon für 1K abgeben. ( Preise in Euro
)
Markuss zuletzt geschriebener Artikel: Merchants testen!
Konstantin
Sehr guter Artikel, besonders das mit dem Verkaufswert für Blogs. Könnte vielleicht mal hilfreich sein, wenn man einen Blog verkaufen möchte.
Konstantins zuletzt geschriebener Artikel: Rabatt im Beate Uhse Shop
DavidG
Hallo Konstantin…freut mich dass er dir gefällt