Copycats: Inspiration oder Diebstahl?

Beim WebmasterFriday wird jeden Freitag wird ein Thema vorgestellt, über welches deutsche Blogger in den kommenden 7 Tagen gemeinsam auf dem eigenen Blog schreiben können. In der Vergangenheit gab es hier viele interessante Themen wie zum Beispiel ob und wie man mit Bloggen Geld verdienen kann, welche Linkbuilding Strategien es gibt oder welche Musik Blogger beim Schreiben hören.

In dieser Woche geht es um das wirklich spannende Thema Copycats. Und da hier schon wieder einige Zeit lang Ruhe auf dem Blog war, möchte ich heute meinen Einstand beim WebmasterFriday geben um ein wenig über das aktuelle Thema Copycats zu schreiben.

Etwas Erklärung: Was sind Copycats?

Um in das Thema einzutauchen muss man erst einmal verstehen was Copycats eigentlich sind. In einigen der aktuellen Posts zum WebmasterFriday musste ich erschreckenderweise feststellen, dass viele mit dem Begriff nur wenig anfangen können und behaupten, dass es sich bei Copycats um Blogger handelt, die von anderen Bloggern kopieren. Grundsätzlich kann man zwar auch in der Blogosphäre von Copycats sprechen, jedoch kommt der Begriff ursprünglich aus der Ecke der Anwendungsentwicklung und wird am häufigsten im Zusammenhang mit Web-Applikationen verwendet.

In den USA starten beispielsweise täglich unzählige neue Web-Applikationen mit wirklich großartigen Ideen dahinter. Das Problem: Häufig steckt hinter so einer Anwendung ein kleines Team von Leuten, die hier wirklich Herzblut und vor allem Zeit in die Entwicklung gesteckt haben. Ist die Seite dann erst mal online, geht es meist sehr schnell bis eine andere Firma (in der Regel sehr gern aus Deutschland!) etwas Budget in die Hand nimmt und die Seite etwas abgewandelt in Indien programmieren lässt und den Service in Deutschland als einen neuen innovativen Dienst startet und damit gutes Geld verdient.

Übertragen auf die Blogosphäre handelt es sich bei Copycats also um Blogger, die in erster Linie Artikel Ideen von anderen Bloggern 1 zu 1 übernehmen und mit einem sehr geringen Zeitabstand auf dem eigenen Blog veröffentlichen. Zwar wird der Inhalt nicht komplett kopiert, aber meist enthalten diese Artikel keinen weiteren Mehrwert für die Seiten Besucher und können häufig auch nicht mit einer eigenen Meinung aufwarten.

Inspiration oder Diebstahl?

Aus den aktuellen Kommentaren zu dem Thema beim WebmasterFriday lässt sich schließen, dass die meisten Blogger es als Diebstahl bzw. Copycat ansehen, wenn keine Quelle zum ursprünglichen Blog bzw. Artikel angegeben wird.

Ich bin hier etwas anderer Meinung, denn die Gratwanderung zwischen sich inspirieren lassen und bloßem Diebstahl ist häufig nur schwer auszumachen.

In erster Linie kommt es natürlich darauf an wie der Artikel geschrieben ist. Wenn ein Artikel offensichtlich in seinem Aufbau und der inhaltlichen Aussagen von einem anderen Blog nur wiedergekaut wird würde ich mit der oberen Aussage 100% konform gehen.

Wenn es sich jedoch um einen eigenständigen Post handelt, mit eigener Meinung, eigener Aussage und vllt. noch einem etwas anderen Blickwinkel auf das Thema halte ich es keinesfalls für Diebstahl, sowohl was den Inhalt als auch die Idee an sich angeht.

In der Blogosphäre gibt es nun mal viele Blogs, die dasselbe Thema behandeln. Bei Blogszene wird beispielsweise das Thema „SEO Blogs“ aufgeführt, wo es viele Copycats geben soll. Meiner Meinung nach kann man diese Aussage nicht so pauschal treffen. Viele Blogs in der SEO Branche behandeln zum Beispiel dieselben News, gerade weil das Thema in diesem Moment aktuell ist. Und das es auf einem SEO Blog verschiedene Artikel zum Thema „SEO Basics“ oder auch „SEO für WordPress“ oder dergleichen geben muss möchte und kann ich diese Blogs nicht als bloße Copycat Blogs abstempeln. Was nicht heißen soll das es hier nicht auch einige schwarze Schafe geben wird. 😉

Das Rad erfinden wir nicht neu!

Machen wir uns nichts vor: Wenn man nur lange danach sucht, werden wir immer einen Artikel finden, der irgendwie und irgendwo Parallelen zu einem anderen Blog und dessen Artikeln aufweist. Wenn nicht in Deutschland, dann eben bei einem der unzähligen ausländischen Blogs.

Je mehr Blogs man in seinem Feedreader beobachtet, desto häufiger werden einem gleich klingende Überschriften, Einleitungen und irgendwo dieselben Themen ins Auge springen. Einen Quellenverweis woher der Blogger nun die „Idee“ zu genau diesem Post genommen hat findet man so gut wie bei keinem einzigen dieser Artikel.

Was kann man dagegen tun?

Eigentlich nichts! Wie bei vielen anderen Dingen im Leben kann man nur mit mehr oder weniger gutem Beispiel vorangehen, in dem man selbst zu anderen Bloggern verweist und sich so auf den ursprünglichen Artikel bezieht. Die eigenen Besucher und andere Blogger sollten es einem eigentlich danken 😉

Was ist Eure Meinung?

Wie steht Ihr generell zu dem Thema? Gebt Ihr in eurem Blog immer einen korrekten Quellenverweis an? Wart ihr mit eurem Blog oder verschiedenen Artikeln selbst schon mal Opfer eines Copycats der euren Artikel selbst online gestellt hat und die Lorbeeren dafür kassiert hat? Ich freue mich über eure Meinungen und Kommentare zu dem Thema.

13 Kommentare
  1. Reply Sebastian 28. September 2010 at 12:40

    Klar ist es ärgerlich wenn man die eigenen Inhalt auf einer anderen Seite wieder findet, auch wenn nur die Idee davon kopiert wurde und der Inhalt einigermassen angepasst wurde.

    Allerdings finde ich dass das Ganze auch zwei Seiten hat, einmal die dreiste Entwendung der Idee durch die Copycats. Auf der anderen Seite aber auch das indirekte Lob dass die eigene Arbeit so gut war dass Sie von anderen kopiert wird.

    Natürlich ist es immer schöner wenn man vorher um Erlaubnis gefragt wird ob man die Idee nutzen oder in abgewandelter Form verwenden darf, aber leider wird dies in der Praxis nicht allzuhäufig vorkommen.

  2. Reply Mißfeldt 28. September 2010 at 13:55

    Vielen Dank für die Teilnahme :-)
    Der Ping- bzw Trackback hat irgendwie nicht geklappt. Ich habe den Beitrag nun von Hand ergänzt (Deinen Kommentar dort in der Datenbank umgeschrieben).
    Viel Erfolg weiterhin
    Gruß, Martin

    • Reply Daniel - Geldkrieg 30. September 2010 at 21:08

      Kein Ding, dein Kommentar kam komischerweise auch erst nicht durch 😀

  3. Reply Copycats – Ideenklau… na und? 29. September 2010 at 18:00

    […] Geldkrieg: “Copycats: Inspiration oder Diebstahl?“ […]

  4. […] Geldkrieg: “Copycats: Inspiration oder Diebstahl?“ […]

  5. Reply Mathias Loewe 7. Oktober 2010 at 10:55

    Manchmal bleibt einen ja nichts anderes übrig als sich von jemand anderem eine Impression zu besorgen, aber wenn man quasi schon klaut dann sollte man den Text so schreiben als ob man Ihn selbst gemacht hat 😀

  6. Reply Foris 18. Oktober 2010 at 18:10

    Ich finde dieses Thema eigentlich sehr wichtig, auch wenn man sich in der Regel wenig Gedanken darüber macht, während man einen Artikel liest…
    Mir ist es allerdings auch schon öfter aufgefallen, dass Blogeinträge sich ähneln bzw. fast 1zu1 kopiert wurden… Das finde ich dann auch nicht mehr gut, aber verhindern lässt es sich halt nicht.
    Somit bleibt wohl nur eins, die Blogger darauf aufmerksam machen und auf deren Einsicht hoffen, denn die Internetpolizei hat leider besseres zutun 😉

  7. Reply Sabrina 25. Oktober 2010 at 12:59

    Mit dem Urheberrecht ist es beim Bloggen eh etwas schwierig, aber ich muss sagen, dass ich primär dazu neige es als Inspiration anzusehen und nicht als Diebstahl! Grund: oft sind es eh Thema die grad gesamtgesellschaftlich oder medienübergreifend behandelt werden und man so nichts neues generiert. ist ein Text natürlich als meiner zu entlarven bei jemand anderen, ist das ganz klar geklaut! Dann sollte ganz klar auf die Quelle bzw den Ursprung dieser Gedanken verwiesen werden… Also eigentlich so wie in der Wissenschaft – bloß nicht ganz so kleinlich 😀

  8. Reply Otto 31. Oktober 2010 at 16:42

    Also, dass schlecht umgesetzte gute Ideen von größeren Firmen kopiert werden und professionell vermarktet werden wird wohl immer vorkommen – manchmal hat die Anwendung auch wirklich danach einen Mehrwert.

    Aber das Umschreiben von Blogartikeln halte ich schon mächtig für eine Sauerrei. Mir fällt dazu zum Glück nur ein Blog konkret ein wo der Selbstständig im netz Blog ziemlich 1 zu 1 neuverfasst wird.

  9. Reply Mika 3. November 2010 at 16:54

    Inspiration holen ist ok aber 1:1 übernehmen ist nicht gut und für mich so wie wenn man etwas klaut.

    Gruß Mika

  10. Reply Edith 17. November 2010 at 13:01

    Ich denke, dass sich die Mehrheit aller Schreiber / Blogger im Internet auch aus dem Internet wiederum selbst Inspirationen holen. Das ist auch völlig normal und auch ok, sofern man nach der Inspiration das ganze in Verbindung mit der eigenen Meinung auch in eigene Worte fasst – und zwar so, dass zu einem bereits bestehenden Text keine Verbindung hergestellt werden kann. Ich weiß wovon ich spreche, da ich selbst in der Texterstellungsbranche tätig bin. Will man beispielsweise einen Informationstext über „Schokoladenmassage“ schreiben, so ist es eigentlich das normalste, wenn man sich mithilfe bestehender Beiträge einen Überblick über das jeweilige Thema verschafft. Im Rahmen der Offline-Literatur nennt man das ganze „sich einlesen“. Das ist auch für das Schreiben von Diplomarbeiten, etc. erforderlich und gar nicht anders machbar, da man eine Quelle braucht, um sich die nötigen Informationen zu besorgen. Wichtig ist nur, das Gelesene in eigenen Worten wiederzugeben.

  11. Reply Michael 7. Dezember 2010 at 14:34

    Wir hatten vor kurzem einen recht dreisten Fall von Content-Klau.

    Das Freche war, dass unser Content über Freizeitparks eins zu eins auf einem Portal eines namhaften Mobilfunkanbieter von uns gesehen wurde, der uns aber glaubhaft versicherte, dass der Content ihnen von einer Agentur verkauft wurde.

    Als wir die Agentur darauf aufmerksam gemacht haben, hieß es nur, da hat ein Praktikant abgeschrieben, der aber nicht mehr für die Agentur arbeitet. Die haben die Inhalte dann vom Netz genommen.

  12. Reply Gultom 23. Januar 2014 at 05:17

    wenn Sie mich fragen, werden imitiert eine positive Sache sein, wenn für positive Dinge verwendet als gut. wenn für negative Dinge verwendet, dann kann es bezeichnet werden, zu emulieren als Dieb

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