Das Sterben der Blogverzeichnisse
In dieser Woche steht beim Webmaster Friday das Thema Blogverzeichnisse und Blogkataloge auf der Tagesordnung. Martin will mit den teilnehmenden Bloggern der Frage nachgehen welche Blogverzeichnisse noch genutzt werden und welche Verzeichnisse den Bloggern noch einen wirklich Mehrwert bieten können.
Ich habe mich bereits vor drei Jahren mit meinem Artikel “Was bringen Blogverzeichnisse wirklich?” zu diesem Thema hier auf Geldkrieg geäußert. Damals war Geldkrieg bei insgesamt 17 Blogverzeichnissen und RSS-Katalogen angemeldet, so dass auf jeder Seite 17 bunte Bilder in der Sidebar bzw. im Footer auf die unterschiedlichen Dienste verlinkt hatten. Nach einer kurzen Analyse in Analytics war schnell klar: Besucher lassen sich so gut wie gar nicht über diese Verzeichnisse gewinnen. Auch der Sinn der Backlinks über diese Seiten ist meiner Meinung nach eher zweifelhaft – schließlich bekomme ich zwar eine Handvoll Follow-Links, muss dafür im Gegenzug aber von jeder meiner Unterseiten einen Followlink auf das Verzeichnis setzen … Damals habe ich 10 der insgesamt 17 Verzeichnisse von meinem Blog entfernt.
Was hat sich 3 Jahre später geändert?
Meine Einstellung zu den Blogverzeichnissen hat sich in dieser Zeit nicht großartig verändert: Wer einen kleinen, neuen Blog aufbaut und diesen erst ganz neu im Netz hat kann sich den Eintrag in so ein Verzeichnis sparen. Punkt.
Inzwischen habe ich längst alle Verzeichnisse für diesen Blog entfernt und werde wohl, so wie die aktuellen Entwicklungen in der Blogosphäre aussehen, Geldkrieg.de auch nie wieder in ein Verzeichnis eintragen.
Welche Alternativen gibt es zu Blogverzeichnissen?
Wer sich in ein Blogverzeichnis eintragen will, weil er auf neue Besucher und Backlinks hofft, sollte sich die Arbeit sparen und stattdessen auf themenrelevanten Blogs sinnvolle Kommentare hinterlassen. So gewinnt man nicht nur neue Backlinks dazu, auch die Besucherzahlen werden kontinuierlich ansteigen. Weitere Alternativen sind die Verbreitung seiner Inhalte über Facebook und Twitter.
Wie stehst du zu Blogverzeichnissen? Nutzt du Verzeichnisse um Links oder Bescher zu generieren? Nutz du sie vielleicht als Anlaufstelle um neue Blogs zu finden? Ich würde mich freuen, wenn du am Webmaster Friday teilnehmen würdest oder deine Meinung als Kommentar hinterlassen wirst.














Carsten
Also ich bin nur noch bei der Bloggerei angemeldet. Ansonsten wird nur noch Twitter und vielleicht noch T3n genutzt. Das war es auch schon.
Gruß
Carsten
Markus
Ich nutze seit langem nur backlinkfreie Verzeichnisse. Alles andere ist wie Du hier schon sagst, sinnlos und bringt kaum was. Da stimmt dann einfach meist der Kosten Nutzen Faktor nicht. Unter Kosten denk ich da zum Beispiel an Google. Wie lang und wieviel solcher Backlinks toleriert Google bis zum Penalty?
Mißfeldt
Hi Daniel,
klar Analyse und vernichtendes Urteil für alle Betreiber von Blogkatalogen
Den Gedanken, über gute Kommentare in anderen Blogs neue Besucher zu gewinnen, finde ich gut und kann das auch bestätigen. Als mein Blog noch neu war, habe ich über Kommentare auch wesentlich mehr Besucher bekommen als über die Blogkataloge.
Danke fürs Mitmachen und Promoten des Webmasterfriday – und weiterhin viel Erfolg
Gruß, Martin
Daniel - Geldkrieg
@Mißfeld: Gerne doch. Sinnvolle Kommentare in anderen Blogs bringen nicht nur bessere Links und Besucher sondern schaffen im Idealfall auch eine Beziehung zwischen mir als Kommentator und dem Blogbetreiber. Ein Blogverzeichnis kann und wird diese Vorteile meiner Meinung nach niemals bieten können.
@Markus:
Ich denke nicht, dass man durch die Eintragung eine Penalty von Google bekommen wird – da gehört schon einiges mehr dazu. Auf der anderen Seite, haben die Backlinks einfach gar keine bis nur minimale Wirkungen, so dass sich das Eintragen einfach nicht lohnt.
@Carsten:
Twitter und relevante Newsportale wie t3n bringen wenigstens “richtig” Traffic
Conrad
Deine Einschätzung macht auf jeden Fall Sinn. Habe ehrlich gesagt noch von niemandem gehört, dass er solche Verzeichnisse nutzen würde, um auf neue Blogs aufmerksam zu werden bzw. neue Blogs zu finden. Und nur für einen Backlink dürfte es sich meist auch nicht lohnen, wie du ja auch schon geschrieben hast.
Minon
Im Grunde teile ich deine Meinung zu Blogverzeichnissen. Besucher liefern sie nicht, und die potentiellen Backlinks würde ich auch eher als unerheblich bezeichnen. Klar, für die Initialverlinkung eines neuen Blogs kann man sich durchaus mal bei einem Verzeichnis eintragen, aber notwendig ist es keinesfalls.
Wie angesprochen, ein guter Kommentar in der Blogosphäre hat letztendlich den gleichen Effekt. Mit dem Verzicht auf solche Eintragungen spart man sich ausgehende Links auf dem eigenen Projekt und tut gleichzeitig was für die Ladezeit weil man keine Buttons der Portale & Verzeichnisse nutzt, die laden häufig sehr langsam.
René
Google+, Facebook und Twitter sollten des Bloggers beste Freunde werden. Warum auch nicht? Unschlagbare Nutzerzahlen und sinnvolle Features sprechen doch für sich …! MfG
Paul
So habe ich die Sache noch gar nicht betrachtet. Einen Blog aufzubauen und diese in Blogverzeichnisse einzutragen war bisher das erste was ich gemacht habe. Das man darüber keine großen Massen an Besuchern erhält ist klar, aber das mit dem Backlink gibt mir der Artikel jetzt wirklich zu denken. Vielleicht sollte ich von meinen Blogs die Links ebenfalls entfernen?!
Alexander Schumann
Ich denke als Backlink-Grundlage sind Blog-Verzeichnisse eine gute Sache. Vor allem, da es auch Verzeichnisse ohne Backlink-Pflicht gibt. Meine Erfahrung mit solchen Verzeichen war aufjedenfall positiv. Auf Daauer ist das keine erfolgreiche Backlink-Strategie, aber als Grundstock ist das in Ordnung.
Tim
Hab vor ein paar Tagen mal eine ältere Übersicht von Artikelverzeichnissen mit damaligen Pagerank (3-7) gesehen und mit heute verglichen. Bis auf wenige Ausnahmen hatten sämtliche Verzeichnisse PR0! Besucher bringen die Seiten faktisch nicht und die Links sind auch wertlos geworden. Was man unternehmen kann, ist Nischenverzeichnisse nutzen, da sieht es teilweise noch besser aus…
Andreas
Blogverzeichnisse sind so gut wie tot, die Backlinks haben denselben (nicht nachweisbaren) Effekt wie Links aus Webverzeichnissen.
Aus meiner Sicht machen nur Nischenblogverzeichnisse aus “Konsumentsicht” Sinn.
D.h. gäbe es ein gutes Verzeichnis aller Weinblogs gepaart mit zusätzlichen Infos, könnte das schon funktionieren. Geld kann man damit nur machen, wenn man Partner aus der Branche hat und dann würde es für andere Weinblogs aus Sinn machen sich dort einzutragen.
Bernhard
Es gibt auch Verzeichnisse ohne Backlink-Pflicht. Hier bringt der Eintrag etwas.
@Tim, über dies bin ich auch gerade gestolpert. In den USA hat ja Google verschiedene Artikelverzeichnisse mit damals hohem Pagerank schon vor einiger Zeit beim Pagerank drastisch abgestraft. In Deutschland scheint es diesen Trend nun auch zu geben.