Das wohl menschlichste Website-Analysetool im Netz
Fast alle kennen sie, die bekannten Website-Analysetools um Seitwert.de und Quarkbase.com. Sie bieten viele nützliche Informationen. Dennoch sind sie alle irgendwie gleich. Ständig geht es um den PageRank, die Backlinks oder die Suchmaschinenrankings. Aber bieten Websites und Blogs nicht auch andere Qualitäten? Was ist mit der Rechtschreibung oder der Lesbarkeit? Diese mitunter sehr wichtigen Kriterien werden von den bisher bekannten Analysetools nicht geprüft.
Dafür gibt es nun endlich eine Alternative, die eine Website/Blog analysiert, wie ein Mensch es tun würde.
Seittest.de
Seittest.de ist ein ganz frisches Website-Analysetool. Die Ansprüche, die sich die Entwickler gesetzt haben
sind hoch. So möchte man mit diesem Tool Websiten auf deren Qualität und Inhalt testen.
Dabei verwendet man 4 Hauptkriterien, die letzten Endes zu einem Gesamturteil führen:
- Inhaltliche Prüfung (50%)
- SPAM-Prüfung (20%)
- Autorität (20%)
- Usability (10%)
Die Prozentzahl in Klammern gibt die Gewichtung für das Gesamturteil an.
Inhaltsanalyse
Die Inhaltsanalyse ist für mich das spannendste Kriterium von allen. Hier werden vollkommen neue Qualitätsindikatoren geprüft, die einer menschlichen Bewertung näher kommen sollen.
- Seitenanzahl – um hier die volle Punkzahl abzuräumen bracht man schon eine ganze Menge an Seiten. Selbst 824 wie in meinem Falle bringte gerade mal einen von drei möglichen Punkte
- Analysierte Wörter – keine Ahnung was damit gemeint ist. Vermutlich soll die Anzahl der Wörter einen Anhaltspunkt über den Inhaltsumfang der Website geben. Hier werden Blogs grundsätzlich schlechter abschneiden, da nur die Startseite überprüft wird. Kürzt man die Artikel mit einem “Weiterlesen-Link” ab, werden automatisch weniger Wörter gezählt.
- Lesbarkeit – hier bedient man sich einer Formel des Sprachwissenschaftlers Rudolf Flesch, nach der sich die Lesbarkeit eines Textes aus der durchschnittliche Satzlänge und der durchschnittlichen Silbenanzahl pro Wort ergibt. Dieses Kriterium ist für ein Analysetool absolut neu.
- Sprach-Niveau – hier bedient man sich einer Heuristik, die auf der Webseite nach Wörtern und Satzkonstruktionen sucht, die bei anspruchsvollen, ausgewogenen Texten häufiger verwendet werden. Die Verwendung vollständiger, grammatikalisch richtiger Sätze, bestimmter Verben und Satzkonstruktionen zeugt von einem hohem Sprach Niveau.
- Rechtschreibfehler – ob diese Prüfung wirklich funktioniert weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich nicht fehlerfrei schreibe und trotzdem die volle Punktzahl bekomme.
Spam-Prüfung
- Beanstandungen – hier wird einem z.B. angekreidet, dass man Google Analytics nutzt. Das Nutzerverhalten aufzuzeichnen kommt bei Seittest.de nicht so gut an.
- SPAM-Words – ich nehme an, damit ist das Verwenden von spam-ähnlichen Keywords gemeint.
- Nähe zu Linktausch – dass dieses Wert zuverlässig berechnet wird kann ich nicht bestätigen. Ich habe Webseiten testen lassen, von denen ich weiß, dass sie Linktausch betreiben. Dennoch hat die Prüfung ein “nein” ergeben.
Autorität
- Backlinks – Seittest fragt die Anzahl bei Yahoo’s Site Explorer ab, dem angeblich genauesten Tool zur Anzeige von Backlinks.
- Empfehlungen – hier wird geprüft, ob die Website von Universität, Nachrichten-Seiten und Non-Profit-Seiten empfohlen wird.
- SERP-Rank – Google-Position der 3 am häufigsten verwendeten Keywords auf der Startseite. Für Blogs eher weniger interessant, da es in jedem Artikel andere Keywords gibt und die Startseite nur ein bunter Misch-Masch ist.
Usability
- Navigation – hier wertet Seittest eine zu komplexe Navigation und das Öffnen ständig neuer Fenster als negativ.
- Antwortzeit – die Zeit vom Aufruf der Seite bis zum ersten empfangenen Byte
Fazit
Seittest.de ist mal ein vollkommen anderes Website-Analysetool. Kriterien wie Lesbarkeit, Sprach-Niveau und Rechtschreibfehler sind für ein solches Tool vollkommen neu und ergeben am Ende ein etwas menschlicheres Gesamturteil. Überprüft man jedoch Websiten, die man selbst für miserabel hält, da sie ein schlechtes Sprach-Niveau oder viele Rechtschreibfehler besitzen, wird schnell klar, dass auch dieses Tool nicht ganz fehlerfrei arbeitet. Trotzdem macht es Spaß sich sein Testergebnis einmal im Detail anzuschauen.


















Matthias Hühr
Diesen Test kannte ich bisher noch nicht. Was ich daran vermisse ist eine ausführliche Begründung der Punktevergabe.