Die Gewerbeanmeldung – Teil 1
Wer mit seinem Blog bzw. seiner Internet Seite Geld verdienen möchte besitzt eine klare Gewinnabsicht und muss somit ein Gewerbe anmelden. Da es dabei einige Dinge zu beachten gilt, möchte ich eine kleine Artikel Serie rund um das Thema „Gewerbe anmelden als Blogger“ starten um euch ein paar Hinweise und Tipps zur Gewerbeanmeldung zu geben.
In diesem ersten Teil, möchte ich auf ein paar grundlegende Dinge und Fragen eingehen, die es schon vor der Gewerbeanmeldung, bzw. bevor man anfängt mit seinem eigenem Blog Geld zu verdienen, zu beachten gilt. Der 2te Teil der Artikel Serie wird am kommenden Mittwoch, der 3te und letzte Teil am Freitag erscheinen.
Bevor wir loslegen, allerdings noch folgender Hinweis:
Dieser und alle folgenden Beiträge dieser Artikel Serie sind keine Rechtsberatung, für Fragen die ihr rechtsverbindlich beantwortet haben möchtet, wendet euch an eine dafür ausgewiesene Person, wie z.B. einen Fachanwalt.
Folgende Fragen sollten für euch schon vor der Gewerbeanmeldung relevant sein:Muss ich als Blogger denn wirklich ein Gewerbe anmelden?
Ja! Wenn du mit deiner Seite Geld verdienen willst, hast du eine klare Gewinnabsicht und bist verpflichtet ein Gewerbe anzumelden und deine Einnahmen beim Finanzamt anzugeben. Dabei ist es erst mal egal, dass sich deine Einnahmen vielleicht nur auf ein paar wenige Euro im Monat belaufen.
Wann muss ich ein Gewerbe anmelden?
Wenn Ihr vorhabt mit eurer Seite Geld zu verdienen, solltet Ihr euer Gewerbe anmelden bevor Ihr die ersten Einnahmen mit der Seite erzielt. Viele wollen zwar „erst mal gucken“ ob überhaupt der ein oder andere Euro hängen bleibt, um aber gerade für das Finanzamt auf der sichersten Seite zu sein solltet Ihr euch im Vorfeld um einen Gewerbeschein bemühen. Es scheint wohl auch die Möglichkeit zu geben sein Gewerbe Rückwirkend anzumelden, bei mir hätte dies allerdings nicht geklappt da die nette Dame beim Amt anderer Meinung war …
Aber der Blog ist doch nur Liebhaberei und wirft kaum etwas ab …
Und damit alle Ämter das auch wissen, ist es eben wichtig ein Gewerbe anzumelden. Wenn Ihr in den kommenden Jahren mit eurem Gewerbe immer +-0 oder sogar Verlust macht, wird irgendwann entschieden das es sich bei eurem Gewerbe um eine Liebhaberei handelt. Da Blogger allerdings so gut wie keine Ausgaben haben und es jedem Blog möglich sein sollte allein mit Google Adsense die Hosting Kosten zu decken müsst ihr euch schon anstrengen um auf längere Sicht Verlust zu machen
Kann ich auch als Minderjähriger ein Gewerbe anmelden?
Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Minderjährige Blogger ein Gewerbe anmelden. Mehr zu diesem Thema und dem kompletten Ablauf der Gewerbeanmeldung folgt allerdings im nächsten Teil.
Was passiert wenn ich kein Gewerbe anmelde?
Wenn Ihr mit eurer Seite Geld verdient ohne ein Gewerbe anzumelden, kann es unter Umständen richtig teuer werden. Zum einen könnt Ihr Ärger mit der Gewerbeaufsicht bekommen, zum anderen will das Finanzamt in jedem Fall sein Geld. Sicherlich gibt es Blogger, die für Ihre Adsense Einnahmen kein eigenes Gewerbe angemeldet haben, aber ich würde niemandem dazu raten da wirklich erhebliche Kosten auf euch zukommen können. Investiert also lieber das bisschen Zeit und die paar Euro und seit gleich für die Zukunft abgesichert.
Im 2ten Teil dieser Serie möchte ich euch den eigentlichen Vorgang der Gewerbe Anmeldung näherbringen. Wo melde ich mein Gewerbe an? Was kostet die Gewerbe Anmeldung etc. pp.
Ich hoffe, dass ich allen Bloggern die noch ohne Gewerbeschein unterwegs sind einen kurzen Eindruck in das Thema vermitteln konnte und ihr eure Fragen, Anregungen und Meinungen fleißig in den Kommentaren hinterlasst.













Dominick
Die Hostingkosten wieder drin haben lohnt nur auch nicht, wenn die Krankenversicherung dann plötzlich _richtig_ Kohle kostet.. man sollte sich das gut überlegen ob die paar Banner wert sind..
Max
Kann man nicht als Journalist oder Künstler auch freiberuflich aktiv werden ?
Meinen Infos nach ist dies mit “etwas/wesentlich” weniger Bürokratie verbunden.
Yannick
@Dominick
Wenn du denkst du bist durch einen Gewerbeschein Selbständig und musst dich wegen ein paar Euro im Jahr pivat Krankenverischern liegst du falsch….
@Max
Eine Gewerbeanmeldung kostest von Komune zu Komune knapp 10-30€ je nach Rechtsform. Das ganze ist in 15min durch und irgendwann bekommst du vom Finanzamt ein schreiben wo du Angaben mache musts was du für Einnahmen und was für Ausgaben du hast. Das wars. Wo ist da die Bürokratie?
nastorseriessix
Besser ein Gewerbe für seinen Blog angemeldet haben, als nachher was auf die Finger zu bekommen so mit Strafe und so, weil man es nicht gemacht hat.
Man kann sogar als “Arbeitsloser” oder “ALG2″ Empfänger ein Gewerbe anmelden, wobei ich dann persönlich die “Kleinunternehmer Regelung” empfehlen würde. Im Vorfeld sollte man dann schon mal eine Übersichtstabelle anlegen mit seinen bisherigen Einnahmen und Ausgaben.
Max
@Yannick
Wenns etwas besser käuft hat man doch mit einem Gewerbe Pflichtmitgleidschaft bei IHK, doppelte Buchführung, … Oder nicht ???
Finanzblog
@Max
Da muss es aber schon um einiges besser laufen und selbst wenn, dann einige Dinge davon kommen, kann es dir egal sein, wenn du so gut mit deinem Blog verdienst. Wenn du mal 1000 Euro mit deinem Blog verdienst, tut es sicher nicht weh deinem Steuerberater eine Stunde zu bezahlen pro Monat, damit das alles seine Ordnung hat und die vielleicht 150 Euro im Jahr an die IHK abzudrücken.
(Viel) Geld zu verdienen hat nuneinmal seinen Preis, aber dass viele es dann lieber sein lassen, werde ich wohl nie verstehen…?!?
Martin Hesse
@Dominick,
du hast auch die Möglichkeit ein Nebengewerbe anzumelden. Da musst du keine Krankenversicherung usw. zahlen. Das machst du erst, wenn du das ganze zum “Hauptgewerbe” ausbaust. Wenn du eine normale Arbeit hast, bist du darüberhin weiter versichert.
Wenn man vor hat ein Gewerbe im gleichen Berufszweig auszuüben wo man eventuell gerade angestellt ist, sollte man dies vorher im übrigen mit seinen Chef abklären, ob er damit einverstanden ist. Sonst kann es da auch Probleme geben.
Peter
Bloggen als freiberufliche? Hört sich zwar schön in die Theorie an wird aber in die Praxis von die große Mehrheit der FA nicht akzeptiert. Hier entscheidet eure zuständige FA und nicht irgendwelche andere FA in D.
Wo besteht ein Problem ein Gewerbe anzumelden auch wenn man vielleicht nur 50 Euro im Monat mit ein Blog verdient?
KK wird eh keine zusätzliche Beitrag bekommen, FA wird euch auch keine Steuern abknöpfen und eine drohende Zwangsmitgliedschaft der IHK gibt es bei Beträge bis zu 800 Euro im Monat auch nicht.
Doppelte Buchführungspflicht entsteht auch erst wenn ihr im Monat mehr wie €1400 an Gewinnhabt, also wo ist den der Stress?
Flo
Das Thema schwirrt mir seit Wochen schon durch den Kopf. Da ich minderjährig bin arbeite ich gerade an meinem Businessplan, welchen ich dem Vormundschaftsgericht vorlegen muss. Die Sache ist ziemlich verzwickt, ich hoffe jedoch, dass ich alles richtig verstanden habe und ich mich bald “Kleinunternehmer” nennen darf.
Doof nur, dass mir dann das BAföG gekürzt wird.
Was mich interessieren würde: Ab wieviel € muss ich mich selbst versichern (u18)?
Daniel - Geldkrieg
@Peter:
Wenn ich die Aussage von dir richtig verstehe, stimmt sie schlichtweg nicht! Natürlich will das FA von dir die Steuern für die Einnahmen aus deinem Nebengewerbe. Da du im 2ten Schritt dem Finanzamt deine geschätzten Einnahmen für das laufende Jahr angeben musst, wirst du die Steuern für dein normales Gehalt + eben den Betrag aus dem Nebengewerbe im Vorraus zahlen müssen. Dadurch zahlst du logischerweise auch mehr Geld an die KK, da du im gesamten mehr verdienst.
@Flo:
Bist du als BAföG Empfänger (Schüler / Student?) nicht sowieso bei deinen Eltern versichert? Das müsste doch eigentlich bestehen bleiben bis du mit der Versicherung oder der Ausbildung fertig bist. So lange du das Gewerbe nur im Nebenerwerb als Kleinunternehmer betreibst, sollte sich da eigtl. nichts dran ändern. Aber wie schon erwähnt – kann da leider keine verbindliche Aussage treffen.
Sebi
@Alle
Beim Finanzamt ist es ähnlich wie beim Arbeitsamt, man bekommt die besten Konditionen, die Möglich sind, nicht verraten. Ein Gewerbe muss man nicht anmelden als Selbständiger, bzw. Freiberufler im Home-Office. Wichtig ist den Finanzbeamten zu verstehen zu geben, dass man eine Dienstleistung im Internet erbringt und keinen Verkauf. Und im ersten Jahr werden auch keine Einnahmen über 17.500 EUR im erzielt, daher kann man sich als Kleinunternehmer registrieren. Hierdurch spart man die Gewerbesteuer und muss auch erst nach Abschluss des Kalenderjahres Einkommens- umd Umsatzsteuer abführen. Also 20% ca. zur Seite legen für die Einkommenssteuer, die Umsatzsteuer bleibt bei Null, wenn man die Grenze nicht überschreitet. Zur genauer Regelung für Kleinunternehmer ist folgende Recherche zu empfehlen: http://www.steuerlexikon-online.de/Kleinunternehmerregelung.html
Julia Stern
Ich habe mein Gewerbe (auch wegen meiner anderen Hobbytätigkeit) direkt nach meinem 18. Geburtstag angemeldet. Das war am 6. April dieses Jahr. Bis jetzt habe ich aber vom Finanzamt noch nichts gehört, was mich langsam etwas stutzig macht, da es hieß, ich bekäme meine Steuernummer innerhalb eines Monats. War das bei anderen auch so…?
Daniel - Geldkrieg
Hey Julia,
meine Steuernummer, sowie der Fragebogen vom FA kam alles innerhalb von 14 Tagen nach Gewerbeanmeldung bei mir an. Hast du vom zuständigen FA nur noch nicht deine Steuernummer oder wirklich NICHTS gehört?
Martin Hesse
@Julia Stern,
bei mir hat alles rund 2 Monate gedauert. Es ist immer ziemlich unterschiedlich …
Peter
Leider denken hier manche falsch.
Sicherlich bekommt amn nach die Gewerbeanmeldung vom FA ein Bogen wo man die ersten Einnahmen schätzen sollte. Hier sollte aber jeder Neustarter nach Möglichkeit tiefstapeln damit nicht unnötig Steuern zu Beginn gezahlt werden müssen wo evtl. keine vorhanden wären.
Wenn es wirklich gut läuft und ihr nach die ersten Steuererklräung dann z.B Steuern nachzahlen müsst, mnacht es nichts aus wenn ihr vielleicht €2000 Gewinn im Monat erzielt haben, oder?
KK wird nur dann ein höheren Beitrag wollen wenn ihr mindestens 400 im Monat an Gewinn habt. Alles darunter kostet dann nicht extra zumindest wenn ihr eh als Angestellte KK versichert seit. Aber selbst wenn ihr z.B 600 Euro im Monat Gewinn hättet, würde die KK vielleicht 40 Euro extra verlangen.
Auch beim FA gibt es Freibeträge die recht hoch sind, so das ein Nebenjob als Blogger der vielleicht ein paar hundert Euro im Monat verdient, sowohl keine Steuern wie auch keine zusätzlichen KK zahlen muss.
Denkt daran das eine große Mehrheit der Blogger sicherlich nur ein paar hundert im Monat verdient wenn überhaupt. Solltet ihr aber wirklich 1500 oder mehr im Monat damit verdienen juckt es keinen wenn ihr hieraut vielleicht insgesamt 400 Euro Steuern und zusätzliche KK zahlen müsst. Wobei die genannte 1500 Gewinn siond nach Abzug von alle Kosten. Hier gibt es gute Abschreibemöglichkeiten so das eure Einnahmen dann 50% höher sind.
Rene Hellmann
Ich sehe das ganze ein bisschen skeptisch; meine Gedanken gehen mehr in die von Peter.
Es ist utopisch wie manche davon ausgehen, dass sie einen Blog starten und dann damit 2k pm verdienen können. Generell steckt hinter jedem Internetangebot eine Menge Arbeit und mittles Werbung etc. ersteinmal die Mindestauszahlgrenzen zu erreichen bedarf auch schon einiger Geduld.
Generell finde ich es gut das darüber eine kleine Serie von Artikeln geschrieben wird und ich hoffe das diese dann an die Realität angepasst werden.
Daniel - Geldkrieg
Hallo Rene!
niemand hat gesagt, das es realistisch ist einen neuen Blog zu starten und 2000 oder auch nur 1000€ im Monat damit zu verdienen. Sicher ist aber: Wer mit seinem Blog Geld verdienen will – egal wie viel – hat die besagte Gewinnabsicht und benötigt somit in Deutschland einen Gewerbeschein. Verstehe deswegen auch manche Kommentare nicht, da ich mich in der kompletten Artikelserie an Kleingewerbetreibende und an das Gewerbe im Nebenerwerb richte …
Rene Hellmann
Hallo Daniel,
viele Starten jedoch mit der Überzeugung das die Verdienstmöglichkieten so hoch sind.
“Wer mit seinem Blog Geld verdienen will – egal wie viel …” in dem Punkt stimme ich dir vollkommen zu.
Ehrlich gesagt bin ich auf deinen 2. und 3. Teil gespannt.
Schönen Abend noch
Rene
Markus
Hi!
Ohjeee…ich denke auch schon seit einer gewissen Zeit über eine Gewerbeanmeldung nach. Ändert sich dann eigentlich meine Steuerklasse?!
Viele Grüße
Markus
kariem
Guten tag ,vr5 jahren habe ich eine bau firma unter meinem namen gemeldet ,aber eingentlich war ich nicht der inhaber,es war nur unter meinem namen gemeldet ,der inhaher ,dieser firma ,war ein freund von mir ,und später ist die firma pleite gegagen und unter schulden gerten ,Jetzt haben die behörden festgestelt ,dass die firma mir nicht gehört ,nur war unter meinem name gemldet ,wasfür strafe werdeich bekommen ,köne mir bitte sagen
Fred
Hi,
ist zwar schon ein alter threat, aber ich wollte danke für die Serie sagen. Ich kenne zwar selber niemand der damit einmal probleme hatte aber es ist trotzdem ein wichtiges thema..
@ kariem falls du evtl. den threat aboniert hattest.. was ist den nun passiert ?